Das Bild hat eine Geschichte …

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Was also sagt das Bild? Wir haben dazu noch neunhundertachtzig Worte frei.

Dieses Bild ist ein Schnappschuss. Und eigentlich sollte es nicht existieren. Denn beim Reinigen eines Behälters zeigte sich eine dünne Schicht von Schaumblasen, die sich natürlich, wie die Atome eines Kristalls anordneten. Aber bis die Kamera bereit war, war die Reinigung schon fortgeschritten und das Bild zerstört.

Und so entstand zufällig dieses Bild, das erst im Laufe der Zeit seine Geheimnisse enthüllt.

Einmal sieht man die Struktur der kleinen und großen Blasen, die sich je nach Dichte und Verteilung unterschiedlich anordnen, störungsfreie Bereiche zeigen, Versetzungslinien, den Einfluss großer und kleiner Exemplare verdeutlichen.

Manchmal füllen kleine Blasen die Zwischenbereiche, gelegentlich gibt es einen mehrlagigen Aufbau, …

Aber das Bild zeigt nicht nur das Objekt, sondern wirkt auch als Objektiv, denn betrachtet man die Reflexionen der großen Blasen, so kann man die Umwelt erkennen. Deutlich der Blitz der Kamera, weniger deutlich auf den ersten Blick: die Aufnahme erfolgte vor einem Fenster und man sieht in verzerrter Darstellung die Häuser der anderen Straßenseite, mit Fronten und Dächern, sich wiederholend auch in den kleineren Blasen, wenn man es einmal erkannt hat.

Man stelle sich eine Software vor, die diese einzelnen verzerrten Panoramen erfasst, entzerrt und phasengetreu zusammensetzt zu einer gewöhnlichen Abbildung und hat nun eine Vorstellung davon, wie eine Kameralinse funktioniert, die nicht mehr ein ausgedehntes Gebilde ist, sondern eine flache Ansammlung von Facetten und damit wesentlich kleiner bauend als konventionelle Systeme.

Das sagt das Bild, noch keine 1000 Worte, …